Neues Spiel, Neues Glück!



Die Kickstarter-Kampagne war leider erfolglos und ging in die Hose. Es ist ja nicht so, dass ich das nicht gewusst hätte, denn ich hatte mich in die Erfahrungen erfolgreicher, wiederkehrender Projektgründer eingelesen und die rieten von einer Kampagne OHNE vorbereitende Werbung völlig ab. Mindestens drei Monate, also 90 Tage im Vorfeld sollte idealerweise mit den ersten Aktionen begonnen werden um Besucher für die Projektseiten rechtzeitig zu generieren.

Diese vorbereitenden Aktionen beinhalten u. a. das offensive Präsentieren in den üblichen sozialen Netzwerken, das Kontaktieren von Multiplikatoren wie Journalisten, einflussreichen VIPs und Bloggern. Die eine oder andere redaktionelle Besprechung und Vorstellung wären ein immenser Multiplikationseffekt gewesen.

„Drachenreich“ hat aufgrund seines hehren Motivs zweifellos Substanz und großes Potential – ist jedoch, wie jedes andere nichtbeworbene Projekt, unsichtbar geblieben. Es wurde und konnte nicht zur Kenntnis genommen werden, weil niemand davon Bescheid wusste: Das Projekt existierte nur auf Kickstarter.

Ich wusste das natürlich schon im Vorfeld und habe daher die Kampagne ohne Umschweife an das englischsprachige, internationale Publikum gerichtet. Deutsche Besucher auf den Kickstarter-Seiten verirren sich selten – es sei denn, sie sind selbst auf Kickstarter zugegen oder sonst in irgendeiner Form involviert mit dem einen oder anderen Projekt – und haben somit ein berechtigtes, nachvollziehbares Interesse auf Kickstarter herum zu schnuppern.

Das Beispiel mit dem Comiczeichner Joscha Sauer macht das ganz deutlich: Dieser hat seine Comics NICHTLUSTIG seit über 15 Jahren laufen, hat etliche Publikationen vorzuweisen und eine starke Fan-Gemeinde aufgebaut. Namhafte Verlage veröffentlichen seine Bände, die Fans halten ihm die Stange wenn er Geld braucht. So lassen sich Leute mobilisieren, lässt sich Crowdfunding supergut bewerkstelligen, gar keine Frage.

Bei „Drachenreich kommt hinzu, dass sich internationale Backer fragen, warum sie ausgerechnet ein deutsches Projekt für das deutsche Fernsehen unterstützen sollen. Würden Sie persönlich ein Animations-Projekt in Bulgarien – konzipiert für’s bulgarische TV - unterstützen? Oder eines in Peru?

Na ja, wie sagt man so schön: Neues Spiel, neues Glück! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt... Drachenreich ist nicht abgeschrieben, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aber bis dahin konzentriere ich mich wieder einige Zeit auf das Kerngeschäft – auf Werbung und PR.